Vereinfacht also eine Gleichung in der Form:
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OXIDIERENDE STOFFE
POTENTIAL = -------------------
REDUZIERENDE STOFFE
Ebenso ergibt sich aber auch, das eine gleichwertige Anhebung beider Parameter (mehr Desinfektionsmittel, aber auch mehr "Schmutz" durch z.B. viele Badegäste) ein gleichbleibendes Potential - bei höherem Chlorgehalt - bedeutet.
Das Redoxpotential trifft also keine Aussage über eine bestimmte Menge an wirksamen Desinfektionsmitteln im Wasser, sondern einen bedarfsgerechten Anhaltspunkt ob in Relation zu den Verunreinigungen, genügend wirksames(!) Desinfektionsmittel im Wasser vorhanden ist. Anhand des Redoxpotentiales lässt sich also bedarfsgerecht der Anteil an Desinfektionsmittel im Wasser regeln - dabei wird der Wert des z.B. per DPD1 messbaren, freien Chlors (wenn Cl als Desinfektionsmittel eingesetzt wird) nur selten exakt konstant sein sondern sich den Bedürfnissen, Nutzung und der Verunreinigung des Beckenwassers anpassen.
Richtwerte:
Für öffentliche Schwimmbäder ist laut DIN ein mindest Redoxpotential von 750mV vorgegeben. Dies stellt allerdings den unteren Grenzwert dar. Bei diesen Potentialen ist die Keimtötungsgeschwindigkeit ausreichen hoch um für den Menschen schädliche Keime aller Art, in ausreichend kurzer Zeit, zu eliminieren. Für private Schwimmbäder sollte man sich ebenfalls mindestens an diesem unteren Grenzwert orientieren. Allerdings bleibt zu berücksichtigen, das öffentliche Anlagen ein vielfaches an Umwälzleistung in ihren Aufbereitungstrecken bereit stellen und somit eine Dosiereinrichtung auf abfallende Werte wesentlich schneller reagieren kann als dies in privaten Becken der Fall ist. Ein tendenziell etwas höheres Potential, im Bereich um mindestens 770mV bis 780mV, wäre also eher an zu streben um ein zwischenzeitliches Absacken der Werte, durch hohe Belastung, zu vermeiden.
Wasser, das mit z.B. 0,6mg/l freiem Chlor ein Redoxpotential von 750mV (oder mehr) erreicht, kann man als "ausreichend desinfiziert" betrachten. Andersherum ist Wasser, das z.B. mit 2mg/l (oder mehr) freiem Chlor KEINE 750mV erreicht auch entsprechend NICHT "ausreichend desinfiziert".
Auch auf Grund dieser Tatsache ist die Redoxmessung naturgemäß etwas träge bei der Erfassung des gesamten Systems "Pool". Auswirkungen an Änderungen der Dosierparameter müssen entsprechend über mehrere Stunden/Tage - bei möglichst gleichbleibenden Rahmenbedingungen - beobachtet werden. Zu kurzfristige, immerwährende Veränderungen der Einstellungen, ohne Berücksichtigung der Trägheit der gesamten Wassermenge, sind meisst wenig zielführend und verunsichern eher.