- Ein Fotometer (oder anderes geeignetes Messinstrument) um mindestens:
1. den pH-Wert (per Phenol Red) und
2. den Gehalt an freiem Chlor (per DPD1 oder OTO) messen zu können.
Idealerweise ein Fotometer um ggf. den Cyanursäuregehalt (falls nicht mit anorganischen Chlor gearbeitet wurde) und die Alkalinität (Carbonathärte) zu bestimmen.
- pH Senker (flüssig oder als Granulat). In vereinzelten Fällen eventuell auch ph Heber - in 95% aller Becken ist dieser aber erstmal nicht notwendig.
- Anorganisches Chlor in Form von Calciumhypochlorit (Granulat / Tabletten) oder Natriumhypochlorit (flüssig). Lediglich diese beiden Varianten sind anorganisch und ohne Cyanursäure.
Für Elektrolysebecken:
- Ein Messgerät um den Salzgehalt zu bestimmen. Der Salzgehalt kann bei der ersten Zugabe von Salz in Süßwasser auch anhand der Zugabemenge berechnet werden, für den späteren Betrieb ist eine Messung notwendig (z.B. FT36 von water-ID). Welchen Salzgehalt das Becken tatsächlich braucht, richtet sich nach dem Ausgangsleitwert des Wassers.... also sollte bei der Erstzugabe des Salzes erstmal mit weniger Salz angefangen werden als die Zelle benötigt - "mehr" kann man dann ja immer zugeben.
Generell:
- Keine Cyanursäure im Wasser oder zumindest einen Wert im niedrigen 1-stelligen Bereich
- Kein Algizid verwenden
- Auf Kalkstabilisatoren, sonstige Wundermittelchen oder Globuli sollte ebenfalls verzichtet werden.
Vorgehensweise:
1. Die pH und Redox Elektroden (ggf. auch die Chlor-Elektrode) sind zu montieren und an zu schliessen sobald der Wasserstand im Becken für den Betrieb der Filterpumpe ausreichend ist und die Messzelle für die Elektroden mit Wasser beschickt werden kann. Nach einigen Minuten Einlaufzeit ist zu prüfen ob die angezeigten Messwerte von pH und Redox-Elektrode nicht "zappeln" (Verkabelungsproblem / elektrische Störungen / etc..) und in einem realistischen Bereich liegen. Für nicht aufbereitetes Leitungswasser sollte sich in den meisten Fällen etwas im Bereich um pH6.8 bis 7.8 und ein Redoxpotential im Bereich um 100mV - 400mV ergeben).
2. Im Anschluss ist das Becken schock zu chloren. Das gilt für neu errichtete Becken ebenso, wie für eine Wiederinbetriebnahme nach dem Winter.
Dosiermengen hierzu (gilt für Cyanursäure freies Wasser):
60 Gramm Calciumhypochlorit pro 10m³ Wasser oder
250ml Natriumhypochlorit pro 10m³ Wasser
Bei Verwendung von Brunnenwasser oder stark verunreinigtem Wasser sind die Mengen ggf. zu erhöhen. Bei Elektrolyse-Becken ist eine Schockchlorung NICHT durch den manuellen Betrieb der Elektrolyse-Zelle durch zu führen!
3. pH Dosiersteuerung in der ProCon auf "AUTO" stellen. Sollte sich der pH-Wert außerhalb der eingestellten "Sicherheits-Grenzwerte" (Sicherheitsgrenzwerte low/high) befinden, wird keine automatische pH-Korrektur erfolgen. Der pH-Wert ist in diesem Fall mit manuellen Dosierungen innerhalb des Bereiches der Sicherheits-Grenzwerte zu bringen oder die Sicherheitsgrenzwerte sind temporär(!) an zu passen. Die Standard-Voreinstellung des pH Sollwertes von pH7.2 kann normalerweise für die meisten Becken vorerst beibehalten werden, darf natürlich aber auch nach oben (bis 7.4) korrigiert werden (wenn sich langfristig eine eher zu niedrige Carbonathärte / TA im Beckenwasser einstellt). Für Becken aus Naturstein / Sichtbeton / Fliesen ist der pH Sollwert ggf. weiter nach oben (bis 7.5) zu korrigieren (gemäß den Vorgaben der Beckenhersteller / der Material-Spezifikation).
Ergeben sich direkt bei Inbetriebnahme extreme Abweichungen zw. einem Elektroden-Messwert und einer manuellen Vergleichsmessung (Fotometer), ist die korrekte Funktion der Elektroden unbedingt vor dem Einschalten der Dosierautomatik zu überprüfen (Kalibrierung - siehe Punkt 6).
4. Chlor Dosiersteuerung in der ProCon auf AUTO stellen.
Für flüssig dosierte Becken kann der voreingestellte Redox-Sollwert von 750mV zunächst für den ersten Betriebstag belassen werden.
Für Elektrolyse Becken ist der Sollwert anfangs nach unten zu korrigieren und es sollte mit einem Wert im Bereich um 650mV bis 680mV begonnen werden.
Der am Ende "korrekte" Redox-Sollwert für den (Deinen) Pool ist Becken und vorallem Wasser spezifisch und muss in den ersten Betriebstagen über wiederholte Vergleichsmessungen (DPD1, freies Chlor) selbst ermittelt werden. Da sich Wasserparameter über die Saison verändern, ist der Wert (Chlorgehalt) regelmäßig zu kontrollieren und ggf. an zu passen. Eine Dosieranlage kann korrekte Sollwerte nicht selbständig ermitteln, sie kann nur die eingestellten Vorgaben (für die der Betreiber des Beckens selbst verantwortlich ist) halten!
Gerade Elektrolyse-Becken neigen zu einem deutlich zu niedrigen Redox-Messwert der hier aber (meist) nicht auf unzureichende Desinfektionsleistung des Wassers zurück zu führen ist, sondern auf die Produktion von Wasserstoff / Wasserstoffperoxid der Elektrolyse-Zellen. Elektrolyse-Becken, die nur per Redox-Potential geregelt werden sollen, bedürfen hier also (gerade Anfangs) besonderer Aufmerksamkeit.
5. Die maximalen Tagesdosierleistungen der jeweiligen Dosiersteuerung sind auf halbwegs sinnvolle Werte zu setzen.
Für die ersten, wenigen Betriebstage können folgende Werte angenommen werden:
- Max. Tagesdosierleistung Chlor-flüssig: etwa 300ml pro 10m³ pro Tag
- Max. Tagesproduktionsleistung Elektrolyse: etwa 30g pro 10m³ pro Tag
Die dosierten Mengen und der im Becken resultierende Chlorgehalt ist die ersten Tage täglich zu prüfen! Die maximale Tagesdosierleistung muss dann im weiteren Betrieb, bei korrekter Funktion der Dosiersteuerung, nach oben angepasst werden (die angegebenen Dosiermengen reichen im Sommer bzw. bei schönem Wetter (für Außenbecken) nicht aus).
- Max. Tagesdosierleistung pH Dosierung: etwa 500ml pro 10m³ pro Tag.
Der tatsächliche Bedarf an pH-Senker kann, gerade bei frisch befüllten Becken und abhängig der Carbonathärte des Füllwassers, in den ersten Betriebstagen/Wochen wesentlich höher liegen (insbesondere bei Verwendung der mittlerweile eher niedrig konzentrierten Schwefelsäure mit 15%). Der Verbrauch reduziert sich dann über die ersten Betriebswochen mit entsprechend mit Abnahme der Carbonathärte des Wassers.
6. Elektroden Kalibrieren.
Die Elektroden sind nach passenden Einlaufzeiten (4-6 Stunden bei der pH/Redox Elektrode ... 12-36 Stunden bei der Chlor-Elektrode) zwingend zu kalibrieren um deren korrekte Funktion zu überprüfen. Bei direkter Messung des freien Chlors ist nach der ersten Kalibrierung der Elektrode eine geeignete Analogregel ein zu richten, die den maximalen Chlorgehalt im Wasser begrenzt (dies gilt insbesondere für Elektrolyse-Becken).
Beispiel: (begrenzt den Chlorgehalt auf 1.0ppm)

Die potentiostatische Chlor-Messung ist in den ersten Tagen/Wochen regelmäßig zu prüfen und ggf. neu ab zu gleichen (inkl. Anpassung der Analogregel). Ablagerungen auf den Platinringen der Chlor-Elektrode reduzieren den Messwert anfangs u.U. über mehrere Tage immer wieder.
